Neu: Yapeal-Integration. Konten, Karten und Zahlungen direkt in clyo. Mehr erfahren

Ratgeber 4 Min. Lesezeit

Liquiditätsplanung für KMU in fünf Schritten

Gewinn ist nicht Geld auf dem Konto. So erstellen Sie eine rollende Liquiditätsplanung über 13 Wochen, mit Beispiel, Szenarien und Warnsignalen.

Schreibtisch am Fenster mit Planungsblatt, Taschenrechner, Stift und Kaffeetasse, dahinter Altstadtdächer

Viele KMU schreiben Gewinn und haben trotzdem Ende Monat zu wenig Geld für die Löhne. Das ist kein Widerspruch. Die Erfolgsrechnung zeigt, was verdient wurde. Das Bankkonto zeigt, was schon bezahlt wurde. Eine Liquiditätsplanung schliesst diese Lücke. Sie braucht dafür keine teure Software, sondern eine klare Struktur und zehn Minuten pro Woche.

Gewinn ist nicht gleich Geld

Der Unterschied entsteht durch Zeit. Sie stellen im September eine Rechnung, der Kunde zahlt im November. Der Umsatz steht in der Erfolgsrechnung im September, das Geld kommt zwei Monate später. Umgekehrt kaufen Sie im Oktober eine Maschine: Die Abschreibung verteilt sich über Jahre, das Geld ist sofort weg.

Dazu kommen Beträge, die nie in der Erfolgsrechnung erscheinen, aber das Konto belasten: die Rückzahlung eines Darlehens, eine Privatentnahme oder die MWST, die Sie für die ESTV nur einkassiert haben.

Warum 13 Wochen

13 Wochen sind ein Quartal. Der Zeitraum ist kurz genug, um Zahlungen konkret zu kennen, und lang genug, um Engpässe früh zu sehen. «Rollend» heisst: Jede Woche fällt die vergangene Woche weg, und hinten kommt eine neue dazu. So schauen Sie immer drei Monate voraus.

Schritt 1: Den Anfangsbestand festhalten

Starten Sie mit den flüssigen Mitteln von heute: alle Bankkonten und die Kasse. Nehmen Sie den tatsächlichen Kontostand, nicht den Saldo aus der Buchhaltung, falls diese nicht tagesaktuell ist. Nicht beanspruchte Kreditlimiten notieren Sie separat. Sie sind eine Reserve, kein Guthaben.

Schritt 2: Die Einnahmen planen

Gehen Sie die offene Debitorenliste durch und setzen Sie jede Rechnung in die Woche, in der Sie das Geld realistisch erwarten. Realistisch heisst: nach dem bisherigen Zahlungsverhalten des Kunden, nicht nach dem Fälligkeitsdatum. Dazu kommen Rechnungen, die Sie in den nächsten Wochen stellen werden, und Barumsätze, falls Sie solche haben.

Schritt 3: Die Ausgaben planen

Hier liegen die grössten und die sichersten Posten. Tragen Sie sie mit Datum ein:

  • Löhne: Nettolöhne am Zahltag, oft Ende Monat. Ein 13. Monatslohn gehört in den Monat, in dem er ausbezahlt wird.
  • Sozialversicherungen: Beiträge an Ausgleichskasse, Pensionskasse und Unfallversicherung mit den Terminen, die auf den Rechnungen oder Akontoverfügungen stehen.
  • MWST: Die Steuer ist innert 60 Tagen nach Ende der Abrechnungsperiode zu bezahlen (Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Für das dritte Quartal 2025 ist das der 29.11.2025.
  • Miete und Leasing: feste Beträge an festen Tagen.
  • Lieferanten: offene Kreditoren und die Bestellungen, die in den nächsten Wochen fakturiert werden.
  • Übriges: Versicherungsprämien, Steuerraten, Zinsen und Amortisationen, Privatbezüge.

Schritt 4: Szenarien rechnen

Eine einzige Zahl pro Woche täuscht Sicherheit vor. Rechnen Sie zusätzlich ein vorsichtiges Szenario: Der grösste Kunde zahlt zwei Wochen später, ein erwarteter Auftrag verschiebt sich um einen Monat. Legen Sie ausserdem einen Mindestbestand fest, den das Konto nicht unterschreiten soll, zum Beispiel die Fixkosten eines Monats.

Schritt 5: Jede Woche nachführen

Die Planung lebt vom Nachführen. Setzen Sie sich einen festen Termin, etwa am Montagmorgen:

  1. Ist-Kontostand eintragen und mit dem Plan vergleichen.
  2. Bezahlte Rechnungen streichen, neue Rechnungen einsetzen.
  3. Abweichungen notieren: Wer hat nicht bezahlt, was kam unerwartet?
  4. Eine neue Woche hinten anfügen.

Je aktueller Ihre Buchhaltung ist, desto weniger Arbeit macht dieser Schritt. Wer die Bankbewegungen automatisch in der Buchhaltung hat, muss Kontostände nicht abtippen. Wie das bei einem Softwarewechsel aussieht, zeigt die Seite Software wechseln.

Ein Beispiel mit runden Zahlen

Beispiel: ein Betrieb mit einigen Mitarbeitenden, die ersten vier Wochen seiner Planung. Die Zahlen sind frei gewählt und dienen nur zur Veranschaulichung.

CHF Woche 1 Woche 2 Woche 3 Woche 4
Anfangsbestand 60’000 63’000 70’000 55’000
Einnahmen Kunden 20’000 15’000 18’000 22’000
Löhne und Sozialversicherungen 0 0 0 52’000
MWST 0 0 24’000 0
Miete und Leasing 7’000 0 0 0
Lieferanten 10’000 8’000 9’000 12’000
Endbestand 63’000 70’000 55’000 13’000

Der Betrieb arbeitet profitabel. Trotzdem bleiben nach dem Zahltag in Woche 4 nur CHF 13’000 auf dem Konto. Zahlt der Kunde mit den CHF 22’000 zwei Wochen später, steht das Konto im Minus. Wer das drei Wochen vorher sieht, kann handeln: den Kunden anrufen, eine Lieferantenzahlung verschieben oder die Kreditlimite bereithalten.

Warnsignale

Diese Muster sollten Sie ernst nehmen:

  • Der Endbestand fällt mehrere Wochen in Folge unter den Mindestbestand.
  • Die Kunden zahlen im Durchschnitt immer später.
  • Sie bezahlen Lieferanten erst nach der Mahnung.
  • Die MWST oder die Sozialversicherungen lassen sich nur mit der Kreditlimite bezahlen.
  • Der Plan wird seit Wochen nicht mehr nachgeführt.

Keines dieser Signale bedeutet sofort eine Krise. Aber jedes verlangt ein Gespräch, mit Ihrer Bank, Ihren Kunden oder Ihrer Treuhand. Was eine laufend nachgeführte Buchhaltung dafür leistet, sehen Sie in der Lösung von clyo. Was sie kostet, zeigt der Kostenrechner.

Stand: Oktober 2025. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Quellen

  • Liquidität
  • Jahresabschluss

Erstgespräch, kostenlos

Dreissig Minuten, danach wissen Sie, was clyo bei Ihnen übernimmt.