Budget 2027: so planen KMU das nächste Jahr
Ein einfaches Budget in sieben Schritten: vom Ist 2026 über Umsatztreiber, Personal und Investitionen bis zu drei Szenarien und dem Soll/Ist-Vergleich.
September und Oktober sind die richtigen Monate für das Budget des nächsten Jahres. Die Zahlen von acht Monaten liegen vor, das Jahresende ist absehbar, und für Entscheide über Preise, Personal und Investitionen bleibt noch Zeit. Ein gutes KMU-Budget muss nicht kompliziert sein. Es muss ehrlich sein und jeden Monat mit der Wirklichkeit verglichen werden.
Schritt 1: Vom Ist 2026 ausgehen
Beginnen Sie nicht mit einem leeren Blatt, sondern mit den Zahlen des laufenden Jahres. Nehmen Sie die Erfolgsrechnung von Januar bis August und schätzen Sie September bis Dezember dazu. Das ergibt eine Hochrechnung für 2026.
Prüfen Sie dabei, was einmalig war: ein grosser Auftrag, der nicht wiederkommt, eine Reparatur, ein Ausfall. Solche Posten nehmen Sie nicht unverändert ins nächste Jahr. Je aktueller die Buchhaltung ist, desto verlässlicher wird dieser Ausgangspunkt.
Schritt 2: Den Umsatz nach Monat und Treiber planen
Ein Umsatzziel von «plus 5 %» ist kein Plan. Fragen Sie, wovon Ihr Umsatz abhängt, und planen Sie diese Treiber:
- Dienstleister: verrechenbare Stunden mal Stundensatz, pro Person und Monat.
- Gastronomie: Öffnungstage mal Gäste mal durchschnittlicher Umsatz pro Gast.
- Handwerk und Bau: geplante Aufträge mal durchschnittliches Volumen, mit Blick auf Saison und Wetter.
- Handel: Anzahl Bestellungen mal durchschnittlicher Warenkorb.
Verteilen Sie den Umsatz auf die Monate. Ferien, Feiertage und saisonale Schwankungen verändern das Bild stärker als man denkt. Planen Sie Preiserhöhungen mit dem Monat, ab dem sie gelten.
Schritt 3: Personalkosten vollständig rechnen
Die Personalkosten sind in vielen KMU der grösste Posten. Rechnen Sie pro Person:
- Bruttolohn, gegebenenfalls mit 13. Monatslohn
- Arbeitgeberbeiträge an die Sozialversicherungen: AHV, IV, EO, ALV, Familienzulagen, berufliche Vorsorge und Unfallversicherung
- Lohnerhöhungen ab dem Monat, in dem sie gelten
- geplante Eintritte und Austritte
- Weiterbildung und Spesen
Die Sätze der Sozialversicherungen hängen von Ihrer Ausgleichskasse, Ihrer Pensionskasse und Ihren Versicherungen ab. Nehmen Sie die Werte aus den aktuellen Abrechnungen oder fragen Sie Ihre Treuhand.
Schritt 4: Fixkosten und Investitionen
Fixkosten sind meist gut planbar: Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Leasing, Software, Telefonie, Treuhand. Gehen Sie die Verträge durch und prüfen Sie, was sich 2027 ändert.
Investitionen planen Sie separat. Eine neue Maschine belastet die Erfolgsrechnung über die Abschreibungen verteilt auf mehrere Jahre, die Liquidität aber im Monat der Zahlung. Beides gehört ins Budget.
Schritt 5: Die Liquidität ableiten
Ein Budget zeigt, ob Sie Gewinn machen. Ob das Geld jeden Monat reicht, zeigt erst die Liquiditätssicht. Übertragen Sie deshalb die budgetierten Zahlen auf die Monate, in denen das Geld tatsächlich fliesst: Kundenzahlungen mit Ihrem üblichen Zahlungsziel, Löhne am Zahltag, die MWST 60 Tage nach Periodenende, Investitionen im Monat der Rechnung. Wie Sie daraus eine laufende Planung machen, beschreibt der Beitrag zur Liquiditätsplanung.
Schritt 6: Drei Szenarien rechnen
Ein Budget ist eine Annahme. Rechnen Sie deshalb drei Varianten: ein Basisszenario, ein vorsichtiges und ein optimistisches.
Beispiel mit runden, frei gewählten Zahlen: ein Betrieb mit einem Materialanteil von 30 % des Umsatzes.
| CHF | Vorsichtig (Umsatz minus 10 %) | Basis | Optimistisch (Umsatz plus 10 %) |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 1’080’000 | 1’200’000 | 1’320’000 |
| Material und Fremdleistungen | 324’000 | 360’000 | 396’000 |
| Personal | 560’000 | 560’000 | 560’000 |
| Übrige Kosten | 180’000 | 180’000 | 180’000 |
| Ergebnis | 16’000 | 100’000 | 184’000 |
Das Beispiel zeigt die Hebelwirkung der Fixkosten: 10 % weniger Umsatz kosten hier über 80 % des Ergebnisses. Überlegen Sie für das vorsichtige Szenario im Voraus, welche Massnahmen Sie ergreifen würden und ab wann.
Schritt 7: Jeden Monat Soll und Ist vergleichen
Ein Budget, das im Oktober erstellt und danach nicht mehr angeschaut wird, bringt wenig. Vergleichen Sie jeden Monat die budgetierten Zahlen mit den tatsächlichen. Fragen Sie bei grösseren Abweichungen nach dem Grund: Ist es eine Verschiebung zwischen Monaten oder eine echte Veränderung?
Dafür braucht es eine Buchhaltung, die wenige Tage nach Monatsende steht. Wer heute Monate hinterherbucht, sollte das vor dem Budget ändern. Die Seite Software wechseln zeigt, wie ein Umstieg abläuft. Die Hochrechnung aus Schritt 1 ist ausserdem eine gute Vorbereitung für den Jahresabschluss.
Ausblick: MWST ab 2028
Für das Budget 2027 gelten die heutigen MWST-Sätze. Am 29.11.2026 stimmt die Schweiz aber über eine Erhöhung der MWST ab 2028 ab, mit der die 13. AHV-Rente finanziert werden soll. Wie die Abstimmung ausgeht, ist offen. Wer mehrjährige Verträge oder Preislisten über 2027 hinaus festlegt, sollte eine mögliche Anpassung ab 2028 berücksichtigen.
Nachtrag vom 25.09.2026
Was die 13. AHV-Rente und ihre Finanzierung für Arbeitgeber bedeuten, fasst unser Beitrag 13. AHV-Rente: was KMU jetzt wissen müssen zusammen.
Stand: September 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.